Pfandleihhaus – eine Alternative bei finanziellen Engpässen?
In Zeiten schwächelnder Wirtschaft verzeichnen die Pfandleihhäuser einen besonders großen Ansturm. Denn viele Menschen „versetzen“ dort ihre Wertgegenstände, um überhaupt über die Runden zu kommen. Wie funktioniert das denn eigentlich? Und was passiert mit meinem Eigentum? Und bekomme ich es dann wieder zurück?
Wenn Sie etwa Goldschmuck im tatsächlichen Wert von 1000 € ins Leihhaus bringen, bekommen Sie dafür im Schnitt 35%, also 350 €, als Darlehen. Der Schmuck gilt dabei als Sicherheit für diesen Kredit. Der muss innerhalb einer bestimmten Frist mit Zinsen zurückgezahlt sein, anderenfalls wird der Schmuck versteigert.
Vom dort erzielten Erlös werden die Kreditsumme, die Zinsen und die Spesen des Leihhauses abgezogen. Was dann noch verbleibt, bekommen Sie ausgezahlt. Wird der Schmuck nicht so versteigert, dass mindestens diese Kosten gedeckt werden können, darf der Betreiber des Leihhauses den Gegenstand anderweitig veräußern. Die Folgen sind dieselben wie bei der Versteigerung.
Der Gang ins Pfandleihhaus kann also sinnvoll sein. Wenn Sie etwa einen kurzfristigen finanziellen Engpass haben, bekommen Sie für Ihre Wertgegenstände das Geld, mit dem Sie diese Zeitspanne überbrücken können. Wenn Sie dagegen schon vorher wissen, dass Sie auch später nicht genug Geld haben werden, um Ihr Eigentum wieder auszulösen, ist es wohl lohnender, dieses direkt zu verkaufen, statt das Pfandleihhaus den Gewinn machen zu lassen.
Veröffentlicht am Donnerstag, 11. November 2010 | Autor: jf
Schlagwörter: Bonität Pfandleihhaus Engpass Versteigerung Pfandleiher Pfandleihe